Die Werkstatt in Forchheim

WO TRADITION UND INDIVIDUALITÄT AUFEINANDERTREFFEN.

In meiner Werkstatt in Forchheim entsteht jeder Schritt mit Konzentration und Geduld. Der Klang beginnt hier  – im sorgfältig ausgewählten Holz, in der Formgebung, in der stillen Arbeit am Detail.

Jede Entscheidung während des Bauprozesses beeinflusst das spätere Wesen des Instruments. Deshalb arbeite ich mit Zurückhaltung und Achtsamkeit, bis sich Material, Bauweise und Klang zu einer stimmigen Einheit finden. So wird aus jedem Stück Holz ein Instrument mit eigener Identität – geschaffen, um zu klingen, zu antworten und zu wachsen.

Tonholz mit Geschichte

Über die Jahre ist in meiner Werkstatt ein Bestand an ausgewählten Tonhölzern gewachsen – Fichten, Ahorn und Pappel aus den besten Regionen Bayerns, Österreichs, der Schweiz und Bosniens.

Jedes Stück Holz wird einzeln geprüft und nach Klang, Dichte und Maserung ausgewählt. Das meiste stammt aus jahrzehntelang gelagerter Vorratshaltung – Hölzer, die Zeit hatten zu reifen und Ruhe zu finden.

Diese Materialien tragen die Grundlage jedes Instruments in sich: Wärme, Spannung und Charakter, die erst im Bau ihren Klang entfalten.

Präzision im Detail

Klang entsteht durch Feinheiten. Schon Unterschiede im Zehntelmillimeterbereich entscheiden darüber, wie frei ein Instrument schwingt und wie reich sein Ton wird.

Decke und Boden werden so geformt, dass ihre Wölbung und Ausarbeitung präzise auf den Klangcharakter des Instruments abgestimmt sind. Auch die Lage des Bassbalkens und die exakte Positionierung der F-Löcher werden mit feinem Gespür für Proportion und Resonanz festgelegt, da ihre Form, Größe und Position die Schwingungsfreiheit der Decke und die klangliche Projektion maßgeblich beeinflussen.

Bei meiner Arbeit orientiere ich mich an den besten Modellen der alten italienischen Meister wie Stradivari, del Gesù und anderen, um den Instrumenten zeitlose Proportionen, Ausdruckskraft und klangliche Präsenz zu verleihen.

Im Glanz des Bernsteins

Der Lack bildet die letzte Schicht zwischen Klang und Licht. In meiner Werkstatt verwende ich einen selbstgekochten Bernstein-Öllack aus baltischem Bernstein und bestem Leinöl.

Dieser Lack gehört zu den hochwertigsten in der Geigenbautradition. Er verleiht dem Instrument Tiefe, Wärme und eine feine Transparenz – Eigenschaften, die dem klassischen italienischen Erscheinungsbild entsprechen.

So entsteht eine Oberfläche, die nicht nur schützt, sondern den Charakter und die Ausstrahlung jedes Instruments vollendet.

Montur und Feinabstimmung

Die Klangentfaltung eines Instruments hängt wesentlich von seiner Montur ab. Steg und Stimmstock werden für jede Geige individuell ausgearbeitet, bis sie in Form und Abstimmung genau dem Klangprofil des Instruments entsprechen.

Auch die Wahl von Wirbeln, Saitenhaltern und Kinnstützen folgt diesem Prinzip der Feinjustierung. Material, Gewicht und Form werden so gewählt, dass sie das Erscheinungsbild und den Klang des Instruments optimal ergänzen.

So entsteht ein stimmiges Ganzes – in Klang, Spielgefühl und Ausdruck.

30 Jahre Erfahrung im Geigenbau

Ryszard Osowski kam früh mit der Geigenbautradition von Bubenreuth in Kontakt und begann schon bald, in renommierten Werkstätten zu arbeiten. Dabei sammelte er umfassende Erfahrungen und vertiefte sein Wissen durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Geigenbauern.

Über drei Jahrzehnte hinweg entwickelte er so ein tiefes Verständnis für Klang, Form und Ausdruck. Heute baut er seine Instrumente gemeinsam mit seinem Sohn Dawid. Zusammen widmen sie sich hochwertigen Einzelinstrumenten, mit besonderer Vorliebe für Geigen, ergänzt durch ausgewählte Bratschen und Violoncelli.